"Alpen"-Radtour 2001 im Apennin

Dies ist Richies Bericht der Tour der "erschrockenen, konzeptlosen, unnötighunderteKilometermehrabspulenden SelbstzweckAbradelweicheier":

Wie in den vergangenen Jahren soll es einen "Bericht" fürs Archiv und die Nachwelt geben.

Am besten machte das bisher Gerhard; da der aber zur Gruppe der unerschrockenen, kurzaufderKarteTourausarbeitenden HarteierKonzeptKampfradler gehört, kann er nur deren Erlebnisse festhalten. Für die SelbstzweckAbradelweicheier mache es deshalb ich in altmodisch-bewährter ASCII-Form mit Formatierung per Blank und Tab --- wie es sich gehört (wem das nix sagt: macht auch nix).
Zum Lesen bitte als Schrift "Courier" einstellen!.

Teilnehmer: Rainer Hesse, Bernd Miller, Erich Möhren, Fredi Loibl, Hella Buck, Richard Hund
Zielgebiet: Apennin im Südwesten der Emilia-Romangna  (1)
Anreise: Samstag, 1.9.01 zum Campingplatz "Arizona" zwischen Tabiano Terme und Salsomaggiore (westl. Parma) am Rand des Apennin

Der Campingplatz ist gut ausgestattet. Bis kurz vor der Ankunft hat es stark geregnet; dadurch war es teilweise "bazig". Ausserdem war unser platz abschüssig.
Benutzte Karte: Kümmerly+Frey 1:200.000 Blatt 5: Ligurien-ital. Riviera; ganz brauchbar.
Die km sind gemessen, die Höhenmeter grob geschätzt.
Für alle Touren gilt: meistens kleine Strassen mit wenig bis sehr wenig Verkehr. Belag sehr wechselhaft; oft rauh und verflickt. Vor allem beim Abfahren war große Vorsicht geboten.
Sehr kleine Nebenstrassen ("weiss" in der Landkarte) waren oft nicht beschildert und deshalb schwer zu finden. Zustand teilweise gut, teilweise mit dem Rennrad nicht befahrbar.

Sonntag, 2.9.
Salsomaggiore - Pelegrino - Bore - Bardi - Varano - Pelegrino - Stirone-Tal - Salsomaggiore 
128 km / 1800 hm / höchster Punkt: Passo d. Pelizzone 1029 m
Wetter: sonnig und warm

Bardi
Die Strasse von Varano nach Pasquali haben wir nicht gefunden und sind deshalb über Pelegrino und das Stirone-Tal (recht schön) gefahren.

Montag, 3.9.
Fornovo - Salestano - Calestano - Sala - Collecchio - Via Emiliana - Noceto - Salsomaggiore 
122 km / 1200 hm / höchster Punkt: ca 600 m über Calestano
Wetter: sonnig und warm
Bis Fornovo kreuz und quer durchs Hügelland, dann kurz auf s tark befahrener Strasse, anschliessend durch zwei herrliche Täler, von Sala bis zur Abfahrt von der Via Emiliana viel Verkehr auf schlechter Strasse, zum Schluss wieder durch schönes Hügelland.

Dienstag, 4.9.
Nach dem Frühstück, als wir anfingen einzupacken, hat es angefangen, heftig zu regnen. Wir haben wie geplant eingepackt und sind erst mal in ein Einkaufszentrum gefahren. Nach Studium des Wetterberichtes und der Landkarte haben wir beschloss en, nach Bobbio, südwestl. von Piacenza zu fahren (ca. 80km). Noch auf der Fahrt hat der Regen aufgehört und die ersten Sonnenstrahlen kamen durch, jedoch sind immer wieder auch dunkle Wolken durchgezogen.
Am Nachmittag sind Bernd, Erich, Fredi und Richie noch eine kleinere Runde gefahren:
Bobbio - Scotti - Schiavi - Regionalstr. - Vaccarezza - Bobbio 
Fredi und Richie: von Vaccarezza zum Passo d. Penice (1149 m) und zurück.
45/55 km / 700/1100 hm / höchster Punkt: Passo d. Penice 1149 m
Wetter: teils sonnig , teils bedrohlich dunkle Wolken aber keinerlei Regen.
Von Schiavi bis zur Regionalstr. ziemlich üble Schotterstrasse. Vom Pass nach Bobbio traumhafte Abfahrt.

Mittwoch, 5.9.
Nachts teils heftiger Regen, zum Frühstück stahlblauer Himmel
Bobbio - Marsaglia - Lago di Boschi - Rezzoaglio - Santo Stefano - Passo de Tomarlo (1460 m) - Passo Zovallo (ca. 1400 m) - Ferriere - Passo del Mercatello (1058) - Marsaglia - Bobbio 
120 km / 1800 hm / höchster Punkt der ganzen Woche: Passo de Tomario 1460 m
Wetter: sonnig und warm

Passo del Tomarlo
Die Strasse Bobbio - Marsaglia ist zwar eine Verbindung zwischen Poebene und Genua, aber trotzdem eher schwach befahren. Es folgt eine beeindruckende S chlucht mit Wildbach und ein liebliches Hochtal (gehört schon zu Ligurien) und schliesslich im Schlussanstieg etwas alpine Landschaft. Vor dem Zovallo-Pass nur ein kurzer Anstieg. Der Pass selbst wird von "Ben" erreicht. Von Mercatello hinunter nach Marsag lia klein und kurvig mit schönen Ausblicken.

Donnerstag, 6.9.
Bobbio - Passo d. Penice (1149 m) - Varzi - Castellaro - Casanova - Pianostrano - Valformosa - Brallo- Pratolungo - Lago - Bobbio 
89 km / 2000 hm
Wetter: sonnig mit einigen wolken; etwas kühler als am Vortag.
Von Varzi bis zur Einmündung u nterhalb Lago praktisch kein Verkehr. Einige steigungen, die in der Strassenkarte nicht ersichtlich waren.
Fredi und richie: von Lago auf einer kleinen Strasse zuerst hoch am Hang, dann steil hinunter nach Bobbio. Die Hälfte der 8 km langen Strecke, darunt er die ganze Abfahrt, ist ein ungeteerter Waldweg, meistens ziemlich rauh --- und trotzdem war´s schön.

Freitag, 7.9.
Planmässige vorzeitige Abreise des schulpflichtigen Bernd mitsamt Rainer und Erich.
Fredi, Hella und Richie fahren mit dem Auto nach Borgo Val di Taro. Das liegt relativ "tief" im Gebirge etwas westlich der Autobahn Parma - La Spezia. Die Fahrt hat länger gedauert als geplant (durchwegs sehr kleine Strassen durch´s Gebirge).
Nachmittgs hat es trotzdem noch zu einer Tour gereicht:
Bertorella - Cereseto - Pass (900 m) Bardi - Kuhbergpass (805 m) - Bedonia - Borgo 
76 km / 1500 hm
Wetter: sonnig und warm
Die ersten 6 km erheblich befahren, dann bis Bardi fastautofrei. Zurück bis Bedonia wenig Verkehr, aber zwei aus der Karte nicht ersichtliche Zwischenabfahrten (mit zugehörigem zusätzlichem Aufstieg). Reststrecke bis Baro wieder mit erheblichem Ver kehr.

Samstag, 8.9
Ghiare - Berceto - Passo Sillara (1200 m) - Marra - Bosco - Passo Cirone (1250 m) - Pontremoli - Passo del Bratello (953 m) - Borgo 
100 km / 2000 hm
Wetter: morgens stark bewölkt mit schlechter Tendenz. Am Anstieg nach Berceto wurde es sonnig.
Um den P. Sillara einige Wolken und ein frischer Wind.
Die Strecke vom Cirone- zum Bratello-Pass gehörte zur Toskana. Es war das einzige Stück der Woche, das südlich des Apennin-Hauptkammes verlief. Der oft erhoffte Meerblick war uns aber auch dort nicht vergönnt.
Bis auf die ersten Kilometer (bis Ghiare) und ein kurzes Stück vor Pontremoli wenig bis gar kein Verkehr. Der Sillara-Pass war höher als gedacht und auf der Ostseite ging es weiter runter als gehofft. An der Abzweigung nach Pontremoli dann die Üb erraschung: der Rückweg über den Bratello-Pass ist GESPERRT. Das kritische Stück liegt auf der Nordseite des Passes wenige Kilometer vor unserem Ziel. Da die einzige Alternative der stark befahrene Passo della Cisa war, haben wir´s riskiert.
Dank der Sperrung war die gut ausgebaute, meistens flache ansteigende Strasse so gut wie autofrei. Jenseits vom Pass dann die Überraschung: die Strasse ist auf knapp 100 m kurz hinter einer kurve in voller Breite in die Tiefe gerutscht. Einiges deutet auf ein Erdbeben hin. Es gibt eine grob geschotterte Umleitung durch steilen Wald.
Abends Rückfahrt nach München mit tollem Sonnenuntergang in der Poebene, ersten Regentropfen bei Rovereto, trübem Nieselwetter am Brenner und starkem Regen in Partenkirchen. Alpennordseite halt.
 

(1) 150 km Luftlinie von Lugano entfernt


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